REVIEWS

 

 

WALLY UND DIE SIEBEN GEIER foto: füssl

ERIKA STUCKY'S JAN 15
"WALLY UND DIE SIEBEN GEIER" mit
DA   BLECHHAUFN'


PRESSESPIEGEL:



Konzert von Erika Stucky
Hol’s der Geier!


Erika Stucky hat im Pavillon zunächst Technikprobleme,
spielt dann aber ein wunderbares Konzert. Es geht in Mundart um
„Wally und die sieben Geier“ – doch dann wechselt die Künstlerin
ansatzlos in die Popmusik und intoniert so nie gehörte Versionen von
Klassikern
VON UWE JANSSEN


Wally und die sieben Geier: Erika Stucky und Da Blechhaufn.
Montag, 05. Januar 2015
Hannover. „Denkt nicht“, sagt Erika Stucky irgendwann, „ich wüsste nicht, wie schwer es ist,
zu wissen, wann man bei Stucky-Konzerten klatschen soll.“ Und da ist es schon wieder so
weit: Klatschen oder nicht? Anerkennender Beifall, weil sie ja auch Recht hat? Oder kommt
die Pointe noch, und man zeigt, dass man den Witz nicht verstanden hat? Zwischenden
Musikstücken ist es auch schwierig, denn die meisten gehen ineinander über, und man muss
schon die richtige Stelle finden, um der schweizerischamerikanischen Quertreiberin ihren
verdienten Applaus zu spenden. Denn die Übergänge üben sie und ihre sieben Mitmusiker
nicht, das lassen sie einfach geschehen und finden es selbst sehr spannend.
Stucky wird begleitet von einem siebenköpfigen Burgenlander Brassensemble mit dem
schönen Namen Da Blechhaufn. Und dass sie sich sehr wohl aufs Improvisieren verstehen,
bekommen die Zuschauer im gut gefüllten Pavillon schon nach wenigen Minuten präsentiert.
Da streikt das Videoabspielgerät zu Stuckys Filmen. Während die Wally höchst unterhaltsam
auf dem Boden kauernd schweizerdeutsch vor sich hinflucht und herumwitzelt und dann
sogar einen Requisitenkoffer auf die Bühne schleppt, fangen die Bläser einfach an zu
blasen, miteinander, gegeneinander, durcheinander, und alles sehr virtuos. Fast schade ist
es, dass irgendwann die Technik steht, aber man will ja auch die Künstlerin sehen und hören.
Stucky findet es super Worum es geht? „Wally und die sieben Geier“, so das Motto des
Abends, passt zwar bestens in die Pavillon-Reihe „Songbirds“, aber eine klare,durchgängige
Adaption der „Geierwally“ ist es doch nicht. Dafür hat Stucky an einem solchen Abend
einfach zu viel vor. Es geht in Mundart zwischendurch um die Geschichte, die Herren in ihren
schwarzen Umhängen und Masken machen Vogelgeräusche, doch dann wechselt die
Künstlerin ansatzlos in die Popmusik, singt wie eine Mischung aus Shirley Bassey und Amy
Winehouse und intoniert so nie gehörte Versionen von Klassikern wie Americas „A Horse
with No Name“ (mit Publikums-Chor), Pink Floyds „Breathe“ oder „My Sharona“. Da gibt es
sogar für alle erkennbare Klatschpausen.
Am Ende überrascht der Blechhaufn mit einem Arrangement, das erst am Nachmittag
entstanden ist. Stucky findet es super. Und das Konzert findet sie auch super. Trotz oder
wegen der Panne. „Die nächsten vier Monate werden wir sagen: Weischt noch, Hannovr.“


03.01.15 22:37

Erika Stucky in Mannheim: Vögel-Ekstasen im
Hochgebirge
          Von Rainer Köhl


Für alpenländische Musik und Geschichten hat Erika Stucky immer schon reiche Affinität
gehabt. Dass die Schweizer Sängerin und Performerin gerne jodelt, hat sie immer schon
hören lassen. Nun nahm sie sich einer großen Alpensaga an in ihrem jüngsten Programm,
das sie in der gut gefüllten Mannheimer Alten Feuerwache vorstellte: "Wally und die
sieben Geier".
Frei nach dem Heimatroman von der Geier-Wally begab sich Stucky auf die Spuren der
Saga, hat Bilder, Töne und Motive gesammelt, welche die Mär von der
freiheitsliebenden Wally, die in der Einsamkeit der Berge lebt, einfingen. Dazu hat sie
sich erstmals die österreichische Brassband "Da Blechhauf'n" hinzugenommen, deren
Mitglieder längst nicht nur Musik machen müssen, sondern auch mit reichlich Theatralik
bei der Sache sind. Schwarz gekleidet und maskiert kamen die Männer als Geier auf der
Bühne, und weil sie gerne gemütlich im Sitzen spielen, hatten sie gleich auch je einen
Melkstuhl um den Allerwertesten geschnallt.
Ein bisschen alpenländisch nächtliche Gruselstimmung musste zu Beginn schon sein, um
in die Atmosphäre der Wally einzuführen, mit flatternden, kreischenden Geräuschen
und Klängen aus dem Gebirge, krächzenden Krähen und Geiern. Dazu hatte Erika Stucky
das passende Kostüm, mit Federmantel und hörnerartiger Krone aus Tierknochen.
Freilich war auch viel Alpenländisches im Repertoire der Brassband, schunkelnde
steirische Tanzmelodien, Zwiefache und dergleichen mehr. Und Jodelmelodien, bei
denen die Stucky ganz aus den Vollen schöpfte. Von da aus ging es immer hoch hinauf
ins Gebirge, auf den Spuren der Wally und der besonderen Atmosphäre, die sie umgibt.


Ob mit Americas "A Horse with No Name", Pink Floyds "Breathe" oder "My Sharona",
immer hat die Sängerin einen textlichen oder musikalischen Aufhänger, um die Rock
Klassiker zu adaptieren, sie sich ihrem Programm anzueignen. "Ich kann auch nur das
ausdünsten, was ich gegessen hab', oder?", sagt die Stucky, die in einer Hippie-Familie
Flowerpower von San Francisco aufgewachsen ist, bevor sie in die Schweiz kam.
Von einem Song in einen anderen zu gleiten, ist ohnehin eine hintersinnig lustvolle
Spezialität der Stucky. Besonders dann, wenn es textlich oder musikalisch auf dem Weg
liegt. Da ist es der Sängerin nur willkommen, dass ihre Musiker in allen Stilen versiert
sind. Mit lustvollem growling, ekstatisch röhrenden Dämpferklängen, Anklängen an
dramatische James-Bond-Musik-Hymnik war die Band an drei Trompeten, drei Posaunen
und Tuba zur Stelle. Zudem können die Mannen auch trefflich jazzig improvisieren. Und
rocken. Led Zeppelins "Kashmir" gewann in der Blechversion erst recht die Sogwirkung,
welche die Stucky so liebt.
An skurril Theatralischem gab es auch in der neuen Show keinen Mangel und ebenso
wenig an musikalisch anarchischem Geist. Schwülen Swamp-Sound und schön
verschleppte Beats intonierten die Männer aus dem Burgenland sehr stilvoll, wozu die
Sängerin auch mal mit heiser brabbelnder Stimme Satchmo anklingen und dazwischen
die Geier kreischen ließ. "I put a spell on you" ist ein Dauerbrenner bei Stucky und war
auch nun wieder dabei, um auszuflippen und krachend die Sau rauszulassen. Und
freilich ließ Erika Stucky zu ihrer Performance wieder einige ihrer selbst gedrehten
Super-8-Filme laufen, surreale Streifen mit flatternden Vögeln und Ähnlichem, um live
damit zu interagieren. Großer umjubelter Spaß.
Musik / Konzert


28.12.2014 | Thomas Kuschny


Encore une fois - Erika Stucky


Es ist ja nicht so, dass über Frau Stucky an eben dieser Stelle nicht schon häufiger zu lesen
war. Könnte damit zusammenhängen, dass sie öfter in der Gegend auftritt, möglicherweise
auch damit, dass die hier Rezensierenden mit der Zeit zu Aficionados mutiert sind. Vor allem
aber damit, dass die Frau dermaßen vielseitig zu Werke geht und immer wieder mit Neuem
überrascht. So auch diesmal mit dem Bläserensemble „Da Blechhauf´n“ in Nüziders.
Nun gehört der Sonnenbergsaal zu Nüziders sicher weniger zu den Perlen abendländischer Baukunst,
ein typischer Multifunktionssaal mit Turnsaal-Flair, für Bälle und Vereinssitzungen bestens geeignet.
Die seltsamen Auftritte der Stucky´schen Ensembles sind Legion und schon auch dazu da, eine
nüchterne Atmosphäre aufzubrechen. Diesmal wandert das Bläserseptett durch den Saal, inbrünstig
„Ana hat immer des Bummerl“ von Horst Chmela schmetternd, die neben Hansi Orsolics´ „Mei
Potschertes Leben“ zweite Hymne ostösterreichischer Lamentier-Kunst. Dazu gesellt sich im fahlen
Licht des Projektors Erika Stucky, geteert, gefedert und mit einem kühnen Kopfschmuck aus
allerhand totem Getier ausgestattet. Die Tour heißt „Wally & die 7 Geier“, also müssen die Bläser als
Vögel herhalten, die die Wally gezähmt hat und die ihr buchstäblich aus der Hand fressen. Mit
Batman-Masken oder Strümpfen über den Köpfen wirken sie allerdings eher wie schräge, untote
Raben. Ja, das ist schon ein bisschen dick aufgetragen, fast zu dick, man muss allerdings sagen, dass sich
durch geschickte Positionierungen der Musiker mit dezenter Beleuchtung und den typischen,
schlichten Selfmade-Videos im Hintergrund doch schöne Szenerien ergeben.
Stilsichere Melange
Wichtiger ist allerdings die Musik: Nach etwas zaghaftem Beginn (die Bläser sind hörbar noch nicht
warmgespielt und es wird vielleicht ein Zäuerli zuviel geboten) folgt eine stilsichere Melange aus dem
Great American Songbook, allerhand volksmusikalischem Liedgut und den Rockhadern der
70er-Jahre. Hervorragend arrangiert zum Beispiel „Breathe“ von Pink Floyd mit einem Scat-artigen
Solo über den mehrstimmigen Gesang der „Geier“. Die längst vergessene Band America ist mit
„Horse with no Name“ vertreten, knackig und ganz schön laut „My Sharona“ von „The Knack“.
Die Burgenländer Formation „Da Blechhauf´n“, angeführt von Mastermind Albert Wieder am Helikon
(Markenzeichen: Die linke Hand steckt permanent in der Tasche seines schwarzen Gestapo-Mantels),
überzeugt mit viel Gespür für die Kompositionen, spielt sehr dynamisch und kann vor allem am
Beginn der Zugabe mit einem instrumentalen Irgendwas zwischen Marsch und Mexiko zeigen, wie
eingespielt sie ist. Formidabel! Auch „Kashmir“, ohnehin eine der besten Nummern von Led Zeppelin,
hat ganz ohne Verst.rkertürme Saft und Kraft. Mit deftigem New Orleans Jazz klingt der Abend aus,
bevor die Stucky noch mit einer Jazz-Ballade a cappella und solo ihre Sangeskünste eindrucksvoll
unter Beweis stellen kann.


Was noch bleibt, ein Aufruf an alle Veranstalter: Erika Stucky ist nächstes Jahr mit dem grandiosen
Hendrix-Projekt von Christy Doran unterwegs. Bitte buchen!
www.spielboden.at
Vom Zäuerli bis Pink Floyd, von Led Zeppelin bis New Orleans - Frau Stucky geht voller Inbrunst zu Werk
... und zeigt sich auch begeistert über die Sangeskünste des Publikums (alle Fotos: Peter Füssl)
google alerts:

PRESS - REVIEWS - LIVE - CD

 

quick , sloppy translation:

she was a californian kid, who came to the village of mörel . then paris: jazzschool and san francisco. back to switzerland, where she learned to yodel. that is stucky's biography. she is probably the most daring figure of new swiss folklore maybe the most highlighted and  definitaly the most headstrong of all. there was always more outgoing-expand than introvertism (?)

how she dives into the archaic deepness and what she pulls out was always performance never pathos/bombast.

also on her "black widow" where she throws herself into the afroamerican volks music.  blues, jazz and 13 originals plus 3 coversongs. a gorgeous variété screening.

the high-class boom band ..(all names and instruments)...play so effectivly, as if they were on a vaudeville stage long after midnight - then again as if synchronizing a pulp movie. always keeping a blues drone which lets the songs dive into a grim humoresque-ness.
"sniff me" a spooky blues where the guitars web around the singer.
"back betty" a crude phantasy over and around an song from leadbelly ( a folksinger and murderer)
"helter skelter" is a screaming  rollercoaster ride
"dancerina" a brutal lonely dance, while the tuba is sweeping the floor in the background.
daylight comes and erika says goodbye with a, just barely squeezed in, lullabye.
 
 AND HERE A SPANISH ONE

 

A " R.I.P. Tony "(dedicated to James Gandolfini , family head of the must-see television series "The Sopranos" ) Erika Stucky labels the cover of Black Widow. A work in which the Swiss artist , as well as other great actors , becomes different singers .

Backed by a trio of luxury consisting of David Coulter ( Kronos Quartet , The Pogues , Yoko Ono, Marianne Faithful , Lydia Lunch) , Terry Edwards (Ian Dury 's Blockheads , PJ Harvey , Nick Cave, Tindersticks ) and Michael Blair ( Tom Waits, Lou Reed , Elvis Costello , Allen Ginsberg , Jeff Buckley ) over the entire disk , plus the worthy contribution of Lucas Niggli (Drums), Steve Nieve ( Pianos, Electronicas ) and Knut Jensen (Ukulele, Electronicas, Producer) Marc Unternährer (tuba) and Joanna Seira (Cello) , takes a musical tour that shows a singer who visits styles such as dark in its various meanings , Noise , Cabaret , and also Jazz.

The singer is able to get into all those vowels and vocal techniques.

Highly varied , as mentioned, this Album includes several cover versions: "Black Betty " by Leadbelly becomes a dark and terrifying theme , perfect to mark the level of Black Widow from the very beginning , " Helter Skelter " is a histrionic issue with a magnificent solo by tubist Marc Unternährer ( nothing to do with this mania for making sweetened versions of songs by The Beatles ) , by contrast , "Sorry Darling " leads to a certain sweetness in the style , close to the singer Brenda Lee. Among the other topics room for improvisation, for the darkness, but also for some sweetness .

 

 

Con un “R.I.P. Tony” (dedicado a James Gandolfini, cabeza de familia de la imprescindible serie de televisión Los Soprano) Erika Stucky etiqueta la contraportada de Black Widow. Una obra en la que la artista suiza, al igual que hacen los grandes actores, se transforma en distintas cantantes. Apoyada por  un trío de lujo compuesto por David Coulter (Kronos Quartet, The Pogues, Yoko Ono, Marianne Faithful, Lydia Lunch), Terry Edwards (Ian Dury’s Blockheads, PJ Harvey, Nick Cave, Tindersticks) y Michael Blair (Tom Waits, Lou Reed, Elvis Costello, Allen Ginsberg, Jeff Buckley) a lo largo de todo el disco, más la aportación puntual de Lucas Niggli, Steve Nieve, Knut Jensen, Marc Unternahrer y Joanna Seira ,realiza un tour musical que la transforma en una cantante que visitas estilos como el dark en sus distintas acepciones, el noise, el cabaret, e incluso el jazz. La cantante es capaz de meterse en todos esos papeles vocales.

Sumamente variado, tal y como se ha comentado, en el disco se incluyen varias versiones: “Black Betty” de Leadbelly se transforma en un tema oscuro y terrorífico, perfecto para marcar el nivel de Black Widow desde su mismo inicio; “Helter Skelter” es un tema histriónico con un magnífico solo de tuba de Marc Unternahrer (nada que ver con esa manía de realizar versiones edulcoradas de los temas de The Beatles); por el contrario, “Sorry Darling” nos lleva a una cierta dulzura de aquella manera, cercana a la de la cantante Brenda Lee. Entre el resto de temas (compuestos por Stucky salvo en un par de ocasiones en que lo hace a medias con Knut Jensen y Steve Nieve) hay espacio para la improvisación, para la oscuridad, pero también para una cierta dulzura.

 

 

 

out now:

Erika Stucky

Black Widow 
CD 4590 


"Schauspieler inspirieren mich viel stärker als Musik", meint Erika Stucky. Längst dreht die Künstlerin aus Zürich für ihre Bühnenprogramme eigene Kurzfilme, und wer das Booklet ihres achten Albums "Black Widow" genau betrachtet, findet auch dort einen listigen Filmverweis. "Während wir die Stücke mischten, ist James Gandolfini gestorben", erinnert sich Erika Stucky, die ein großer Fan der Mafiaserie "The Sopranos" ist. Eine weitere Inspirationsquelle lieferte Tom Waits. 2011 war Erika Stucky an dessen "Rain Dogs"-Show beteiligt, mit David Coulter als musikalischen Leiter. Zusammen mit Coulter (Keyboards), dem Bassisten Terry Edwards und Schlagzeuger Michael Blair entstand "Black Widow" in Stockholm. Auftakt ist eine tiefschwarze, ruppige Version des Leadbelly-Klassikers "Black Betty", im weiteren Verlauf finden sich ruhige, fast versponnene Balladen ("Miles High"), Cello-Arrangements ("Easy") und Scott-Walker-Streicher ("One More"), die Sängerin selbst klingt mal wie Diamanda Galas, mal wie Judy Garland. Ein überraschend anschmiegsames, jazziges, reifes Album. 


 

 

LE TEMPS

http://www.letemps.ch/Page/Uuid/80ceb3f4-3809-11e3-9b9f-fd431094fc11/Erika_Stucky_joue_les_veuves_ensorcelantes.UmT6ByhVdJY
COPY THIS LINK

 

Musique Samedi 19 octobre 2013
Erika Stucky joue les veuves ensorcelantes
Par Par  Arnaud Robert,

Thalwil (ZH) La chanteuse mélange les genres dans «Black Widow», album où
remontent son enfance fleurie et hippie, ses virées punks et son amour de Tom Waits. Après une brasse matinale, elle dit comment la vie devient musique
Thalwil, chez Erika. Ce n’est pas la Côte dorée du lac de Zurich, mais juste en face, la «Côte enrhumée»; on s’y baigne à l’ombre. Stucky revient juste de sa brasse matinale. La nuit dernière, elle s’est glissée dans l’eau vers minuit, avec sa fille, 19 ans, qui apprend le coréen dans une université de San Francisco. L’appartement n’est pas grand. Il y a une machine à cappuccino, un vélo d’appartement, la reproduction d’un tableau d’Edward Hopper, les mille colifichets d’une cabarettiste contrariée, froufrous, paillettes, voiles sombres, tissus qu’elle empile, sous ses cheveux d’un noir abyssal. Erika Stucky, sur la pochette de son nouvel album, pose avec des ongles démesurés, du pourpre à lèvres. Elle est la black widow, la veuve noire, diva qui se repaît de l’appétit des autres.

Il y a deux ans, un peu plus peut-être, David Coulter l’appelle. Il lui demande de participer à un spectacle de reprises de Tom Waits, Rain Dogs. Au Montreux Jazz, avant Arthur H, elle gravit la scène dans un manteau de fourrure synthétique blanche, une pelle à neige qu’elle claque sur le sol de béton. Elle s’invite dans le répertoire de Waits, comme s’il avait seulement ouvert pour elle une vieille cabane pleine de radiateurs, dans la Californie du Sud. Après la tournée, elle imagine un disque avec Coulter, le directeur artistique qui a œuvré pour The Pogues et Marianne Faithfull, entre mille autres délicatesses insulaires. «On s’est entendu immédiatement.»

Coulter lui donne le contact du batteur Michael Blair, qui a défini le rythme sur les albums de Tom Waits. «Il vit à Stockholm, nous avons skypé pendant deux heures. J’avais préparé mes chiffres, pour l’avertir qu’il ne serait pas payé comme pour un album de Lou Reed. Finalement, on a discuté de motos, d’harmonium, de tout sauf d’argent. A la fin de la conversation, je lui ai demandé si l’on ne devrait pas parler un peu affaires. Il m’a dit qu’on avait assez parlé et qu’il ferait le disque et la tournée avec moi.» En studio, Blair a sorti son sac, un baluchon de Père Noël, rempli de pièces de voitures, de vis à ressort, de ce qui bruite lorsqu’on le frappe. «Il m’a demandé s’il y avait quelque chose que j’aimais dans son attirail. Et on a commencé.»

Tous les matins, comme une prière aux yeux rougis, ils chantaient trois fois «Black Betty». Un très vieux morceau, installé par le chanteur-forçat Leadbelly il y a plus de 70 ans. «C’était notre hygiène, notre rituel, la reprise ouvre finalement le disque.» Ils se sont placés sous des auspices favorables, pleins de fissures et de poussière. Ils ont invité un autre carnassier, Terry Edwards, qui a mis ses pattes chez PJ Harvey, un type capable de sidérer un bugle, un saxophone, un piano, une guitare. «Je me souviens d’une phrase de Bernstein concernant Wagner, il disait qu’il le détestait à genoux. J’éprouve la même chose face à Terry. Ce musicien peut tout. Sans aucune vanité. L’enregistrement
s’est passé dans une tranquillité productive. Je me suis sentie en confiance.»
Même si ses trois compères ont tous l’habitude des contextes dispendieux, Stucky n’a pas souhaité donner à son Black Widow l’odeur des bonbonnières surfaites. Il a été enregistré dans des placards, dans son appartement, comme le violoncelle de «Knees», complainte de Broadway à roulettes. Un disque de transport, d’allées et venues, fait entre Londres, Stockholm et le clapotis dangereux du Zurisee. Stucky a produit l’affaire avec ses propres deniers, histoire de n’avoir rien à demander à personne et qu’on ne la fasse pas yodler pour qu’on la reconnaisse. Il faut le dire aux nostalgiques: le yodel est absent de ce disque, tissé d’américanité acide, l’autre racine d’Erika Stucky en dehors du Haut-Valais.
A chaque fois qu’ils se trouvaient face à un nœud, ils se demandaient ce que Neil Young aurait fait en telle occasion. Un peu pour rire, un peu avec sérieux. «Je ne sais pas pourquoi mais Neil Young est pour nous comme un oncle qui suit son propre truc, qui ne regarde ni à gauche ni à droite. Il a l’âge, les cheveux, il a un peu grossi.» Ne rien faire qui puisse répondre aux attentes des autres. «Si on fait ce métier, il faut être prête à montrer son nez tordu plutôt que de rendre visite au chirurgien esthétique. Je me suis habituée à mes propres disgrâces. Ma musique n’est pas jolie. Je veux que ça pue. Je veux que ça sue.»
Quand elle vivait à San Francisco, enfant, avec son père traiteur en boucherie, elle aimait déjà davantage Janis Joplin que Doris Day. «J’ai repris Britney Spears. Je crois que, à 7 ans, on veut toutes être blondes. Et puis, à 13, c’était déjà fini. Je ne m’enlaidis pas. Je cherche une autre beauté.» Elle se souvient quand elle a emménagé dans les hauteurs suisses, parmi les raccards et les bistrotiers taiseux. «En Valais, les veuves sont noires. Il y avait 700 personnes dans notre pueblo, notre village. Et la moitié des femmes étaient veuves. J’aurais eu envie de les voir en blanc, comme au Brésil.» La pochette de Black Widow l’affiche en noir d’un côté, en négatif de l’autre. Les deux versants, pas moins menaçants, d’une sorcellerie burlesque.

Erika Stucky évoque sans en avoir l’air des chapitres de sa vie, dans cet album qui est sans doute le plus beau et le plus exigeant de toute sa discographie. Comme dans «Shanghaied», un mot anglais qui rappelle ces rapts chinois où des hommes étaient pris dans la ville pour servir d’esclaves. Il y a quelques années, lors de l’Exposition universelle de Shanghai, Stucky a été «shanghaied». Elle avait été invitée par la Confédération pour servir d’alibi yodleur pour un pays qui se perçoit comme plus progressiste qu’il ne l’est en réalité. Des politiciens de la droite dure se sont plaints de sa performance, de sa youtze non conforme. Petit scandale qui sentait le renfermé, sur la terre chocolatière.
«Franchement, j’ai fait ce morceau par désir musical. Je n’ai pas vraiment pensé au pied de nez adressé à l’UDC, ni au fait que notre patrimoine est annexé par certains partis. Je chante et je réalise dix minutes après avoir chanté ce que j’ai voulu dire. Dès que je pense, je ne danse plus.» Et elle danse beaucoup. Ce disque passe par tous les états du son, les ballades irlandaises, le punk forain de Coney Island, la voix se déchire, sursaute, se prend les pieds dans le refrain, il y a Tom Waits dans son imaginaire rugueux, ses cris qui s’épuisent en incantation, la fièvre du delta du Rhône et ses mémoires d’Américaine montagnarde. Elle reprend aussi un morceau qui la hante depuis son berceau californien.
«Je me souviens avoir vu ces mots en lettres de sang, tirés d’une chanson des Beatles, «Helter Skelter», après le massacre de Charles Manson. Je porte cela comme une maladie, depuis que j’ai 7 ans. Le rire sardonique de cette secte en blanc, après avoir découpé des corps au couteau. L’acide. La haine. Manson m’a tellement fait peur.» Elle parle souvent de son enfance à San Francisco, en plein
flower power, les hippies qui lui servaient de nounous. On s’était fait à l’idée que son enfance fleurie l’avait préparée aux géraniums valaisans.
Et puis non. Elle a vécu la fin précise de l’utopie, l’angoisse du spirituel qui déborde dans la folie. Un gourou psychotique qui utilise les oripeaux de la jeunesse chevelue pour se livrer à une tuerie. «Quand on est gamine, on est un œuf qui se craquelle si facilement.» On croyait qu’Erika Stucky travaillait sur le théâtre en musique parce qu’elle aimait les vieilles fripes, les plumes, les trompettes et le tintamarre. Depuis le début, elle travaille en réalité sur ses peurs transfigurées. Black Widow est un album majeur parce qu’il ne nie pas cette évidence. Stucky joue à la veuve noire, elle joue à la sorcière. Face aux épouvantails qui la terrorisent, elle a trouvé la parade ultime. En devenir un.
Erika Stucky, «Black Widow» (Traumton Records)
© 2013 Le Temps SA

 

 

quick english translation  

 

Thalwil (ZH) The singer mixes genres in her "Black Widow " album.
Her Flowerpower hippie childhood, her punk crossovers and her love for Tom Waits. After a morning brunch, she talks about, how life becomes medoly, music.


Thalwil , with Erika . This is not the "Golden-Sunny-Coast" of the Lake Zurich , but vis-a-vis the "Shady-Coast" of the Lake. Stucky has just returned from her morning swim. Last night , she went for a midnight dip, with her daughter, 19, who is studying Korean in a University in San Francisco. The apartment is not large . There is a cappuccino machine , a biker apartment , the reproduction of a painting of Edward Hopper , ruffles , sequins , dark veils. Erika Stucky, on the cover of her new album, poses with oversized nails, purple lips. She is the black widow , the spiderwoman, the diva with an appetite for more.

Two years ago , a little more maybe , David Coulter called Stucky . He asked her to participate in a show around Tom Waits album "Rain Dogs" . At the Montreux Jazz Festival, just before Arthur H, she climbed the stage in a white synthetic fur coat , a snow shovel slamming on the concrete floor . She calls in the repertoire of Waits, as if he had just opened for Stucky, an old shack full of radiators in Southern California . After the tour , she imagines a disc with Coulter, the musical director who worked for The Pogues and Marianne Faithfull , among a thousand other island delicacies . " We agreed immediately. "

Coulter connects drummer Michael Blair, who defined the pace on albums by Tom Waits. "He lives in Stockholm , we skyped for two hours. I prepared my figures to warn him, that he would not be paid like for a Lou Reed album . Finally, we discussed accordions, family stuff , everything but money. At the end of the conversation, I reminded him, if we should not talk a little business . He said: "We talked enough, count me in. For the record and the tour."  In the studio, Blair ripped out his Santa Bag, filled with parts of cars, screw springs all of which swishes and squerks, when he hits . "He asked me if there was anything I fancied, about his gear . All of it! And we started . "

Every morning , like a red-eye-prayer, they started the sessions with " Black Betty ." A very old song, by the singer and convict Leadbelly recorded over 70 years ago . "It was our hygiene , our ritual , the result of these morning sessions, finally opens the cd. " It is placed auspiciously , full of cracks and dust as a opener . They invite another predator , Terry Edwards, who put his legs in PJ Harvey garden, the Signalhorn type, saxophone, piano , guitar, he plays it all . "I remember a sentence of Bernstein on Wagner, he said he hated Wagner. But hated him on his knees . I feel the same facing Terry . This musician can do everything - anything ! . Without any vanity .  Effortless.  A productive tranquility. I felt confident. "
Even if the three comperes have all experienced the expensive context as well, Stucky did not want to give her Black Widow a smell of overrated bonbonnieres . The album was recorded in closets in her apartment , the cello on " Knees " lament Broadway wheels. Disc transport, alleys and goings , are from London , Stockholm and dangerous lappings of the Zürisee . Stucky filed the case with her own money , just to have nobody to ask for permition, and not having to yodel for the recognition . I must say the nostalgic yodel is absent from this album, it weaves Americanness acid, the other roots of Erika Stucky outside the Upper Valais .
Every time Erika and her producer Knut Jensen were facing a "musical node", they would wonder what Neil Young would have decided on such an occasion . Just for fun , but also with a seriousness. "I do not know why, but Neil Young is like an uncle to us. He follows his own thing , without checking neither left nor right . His age , hair, he has a grown a little heavier every year. " Do nothing that can meet the expectations of others. "If we do this trade , we must be ready to show our crooked noses rather than visit the cosmetic surgeon . I got used to my own misfortunes . My music is not pretty . I want it to reek . To stink. To sweat "
When she lived in San Francisco as a child with her father a butcher caterer , she already loved Janis Joplin more than Doris Day . " I can do a Britney Spears tune - thinking of Janis. I think at 7 years , we all want to be blondes. And then , at 13 , its over. No more Doris Day. We search for another beauty. " She remembers when she moved into the Swiss heights among barns and taciturn bistros . " In Valais , widows are black. There were 700 people in our pueblo, our village. And half of the women were widows. I would have wanted to see them in white, like in Brazil . " The cover of the Black Widow appears in black on one side , negative on the other. Both sides , no less threatening, a burlesque witchcraft.

Erika Stucky evokes without seeming to have chapters in her life. This album is probably the most beautiful and most demanding of all her discography. As in " Shanghaied " , an English word that reminds the Chinese kidnapping where men were caught in the city and shipped out, to serve as slaves . Some years ago, at the World Expo in Shanghai, Stucky was " shanghaied ." She had been invited by the Confederation to serve yodel alibi for a country that sees itself as more progressive than it is in reality. Politicians from the hard right have complained of her performance , its improper youtze . Small scandal that smelled contains, on chocolatiere earth.
"Frankly, I did this piece by musical desire . I do not really think the snub address was the UDC , or the fact that our heritage is scheduled by some political party . I sing and I realize ten minutes after what I meant . As soon as I think too much- i stop dancing . " And she does dance a lot. This cd goes through all of its states , Irish ballads, the showman Punk Coney Island , the voice torn , starts , takes foot in the chorus, there's Tom Waits in his rough imagination , his cries exhaust in casting , fever Rhone delta and its American mountain memories . It also contains a piece that haunts from her California crib.
"I remember seeing these words in letters of blood , torn from a Beatles song , " Helter Skelter , " after the killing of the Charles Manson Group. I carry this image with me like a disease a sickness since the age of 7. The sardonic laughter of this sect members in white, after having etched the body with a knife. Acid . Hatred. Manson has scared me so much . "She often speaks of her childhood in San Francisco, the flower power air, hippies who served as her babysitter. The idea that this childhood had prepared her for the geraniums in Valais .
But no . She lived the precise end of utopia , the spiritual anguish which overflowed into madness. A psychotic guru who uses the trappings of youth to engage hairy killings. "When you're a kid, your soul is like an eggshell, that cracks so easily. " We always thought Erika Stucky worked on theater music because she loved the old tat, feathers, and the trumpets blare . Since the beginning , she works on her reality transfigured fears. Black Widow is a major album because it does not deny this evidence . Stucky plays a black widow, she has played the witch . Faced with scarecrows who terrorize , it is the ultimate parade . Become one.
Erika Stucky, " Black Widow " ( Traumton Record, Berlin)           text: Arnaud Robert

 

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„Am I Too Pushy? “ - Erika Stuckys neues Projekt „Black Widow“ — Zeitschrift fur Kultur und Gesellschaft                  16.10.13 19:23

Musik / Konzert 13.10.2013 | Thomas Kuschny

„Am I Too Pushy? “ - Erika Stuckys neues Projekt „Black Widow“

Frau Stucky hat sich in der Spielbodenkantine eben noch mit einer Schachtel Besteck versorgt und betritt nun laut rasselnd den noch dunklen Saal von der Seite aus. Freitonales deklamierend, erklimmt sie die Bühne und eröffnet mit „Black Betty“, einem Klassiker, der ganz sicher nicht von einer Spinne handelt ( eher noch von einer Flasche Selbstgebranntem, aber das ist umstritten). Roh und rumpelnd klingt das und eher der bald hundert Jahre alten Version von Leadbelly als der allseits bekannten von RamJam verpflichtet. Ein furioser Beginn!

Schon hier wird klar, dass die in der Ankündigung forcierte musikalische Verwandtschaft zu Altvater Tom Waits nicht weit hergeholt ist. Abgesehen davon, dass Schlagzeuger Michael Blair auch schon für den Meister selbst getrommelt hat. (Laut Pressetext hat man ihn zusätzlich gar mit Keith Richards einen heben gesehen, was ja fast einem Ritterschlag gleichkommt.) Die durch die oft kargen Arrangements umso intensiver wirkende Mixtur aus berührenden Balladen und eckigen Grooves mit der nötigen Portion Schrägheit erinnert natürlich an das Waits ́sche Œuvre, das Reinheitsgebot wird jedoch glücklicherweise gründlich missachtet.

Dem analogen Puristen mag ja mitunter die Grausbirne aufsteigen, wenn er David Coulter, der sonst mit Bass, Geige und singender Säge werkt, am Tablet Computer ein virtuelles Vibrafon bedienen sieht. Stuckys Humor ist es aber, der den größten Unterschied macht. Das schrill-bunte Outfit und die witzigen selbstgemachten Kurzfilme in Super8-Ästhetik mussten zwar dem „Black Widow“ Konzept weichen, die „gruselige“ Atmosphäre ist selbstredend aber eher der „Addams Family“ geschuldet, deren Kennmelodie ja auch zitiert wird.

Wie im Spukschloss

Die Bühne ist düster illuminiert, ein Projektor wirft die Schatten der Musiker auf den passenden Hintergrund (meist sparsame Muster, aber natürlich dürfen Spinnen auch nicht fehlen). Auf der Stimme ist viel Hall, sogar bei Ansagen tönt es wie im Spukschloss. Der wilde Kauderwelsch aus breitem amerikanischen Englisch und noch breiterem Schweizer Dialekt lässt einen aber höchstens wohlig erschauern.

Wie üblich ergänzen skurrile Coverversionen das diesmal umfangreichere eigene Material. „On Broadway“ mit anderem Text, „Oh Darling“ so exaltiert, wie es Paul McCartney gerne gelungen wäre und „Helter Skelter“ samt originalem Wehklagen von John Lennon ("White Album"): „I ́ve Got Blisters On My Fingers!!!“. Diesmal beklagt vom Multiinstrumentalisten Terry Edwards, der neben Gitarre und Keyboards auch Trompete und ganz ausgezeichnet Saxofon spielt. Textlich sind bestenfalls lose Verbindungen zum Thema eruierbar, Herzen werden verschenkt oder auch nicht, auf den wachenden Schutzengel wird gehofft und bevor die Mitmusikanten dann am Schluss noch für ein „Zäuerli“ (=Appenzeller Naturtonjodler) zwangsrekrutiert werden, fragt sich die famose Sängerin dann doch noch selbstreflexiv: „Am I Too Pushy (= penetrant) ?“ Keine Sorge!



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Spinnenfrau
Die Kunstfigur Erika Stucky in der Unterfahrt
München - Überspannt trifft es nicht. Die Kunstfigur Erika Stucky gehört so. Sie ist inszenierte Psychedelik, die dem Publikum das Gefühl gibt, als hätte es ein wenig an magischen Pilzen geknabbert. Das ist nicht neu, denn während der vergangenen zwei Jahrzehnte hat sich die kalifornische Schweizerin bereits mit allerlei Syllabierendem und Dekonstruierendem, mit Selbstmordjodlern, Hendrix-Hochämtern oder Woodstock-Zertrümmerungen auf der Bühne präsentiert.

Neu ist allerdings die Gelassenheit, mit der sie ihren unterhaltsamen Wahnsinn verkörpert. Hatte Erika Stucky bei 'Bubbles & Bones' oder auch bei den 'Suicidal Yodels' noch etwas Hysterisches, so ist sie inzwischen die listig lächelnde 'Black Widow', die mit der ironisierten Präsenz des Vamps mit den Klischees der schwarzen Witwe jongliert. Dabei geht es weniger um manches Spinnengetier, das sie auf die Bühnenwand der Unterfahrt projiziert, sondern eher um das bedrohlich Weibliche, das sie immer wieder aufblitzen lässt. In ihrem Programm wird gesungen und geblubbert, gelärmt und sinniert. Die singende Säge kommt zum Einsatz, archaische Elektronik für authentische Sounds. Einer ihrer drei Partner, der Multiinstrumentalist David Coulter, lässt sich sogar zu einem Maultrommelsolo hinreißen. Zusammen mit dem ebenfalls eine Handvoll Instrumente von Pocket-Trompete bis Bass spielenden Terry Edwards und dem Schlagwerker Michael Blair hat sie ein an Tom Waits, Robert Wilson und diversen Performance-Projekten geschultes Team, das in der Lage ist, den Stucky-Kosmos mit der passend trocken-humorvollen Lässigkeit auf die Bühne zu bringen.

So wird ständig mit den Ebenen gespielt, dem Ernst des künstlerischen Kerns und der Leichtigkeit der Umsetzung, der Rolle der Sängerin und deren Brechungen in den Schattenspielen an der Wand. Die Sängerin mit der starken, nachdrücklichen Stimme wird auf diese Weise überlagert von der skurrilen Performerin mit der Prise Irrsinn im Blick, die, helvetisch verschroben, sich in die dunkeln Räume der Künstlerseele phantasiert. Damit aber erntet das Team in der Unterfahrt stürmischen Applaus von einem Publikum, das ein wenig Exaltiertheit zu schätzen weiß. Ralf Dombrowski

SZ vom 19.10.2013

 

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Lörrach: Jodelnde Schwarze Witwe - Lörrach - Verlagshaus Jaumann                  21.10.13 12:09

Lörrach

Jodelnde Schwarze Witwe

Die Oberbadische, 10.10.2013 23:02 Uhr

„Musikerin Komma Perfomerin“ pflegt Erika Stucky zu antworten, wenn sie nach ihrem Job gefragt wird. Im Burghof feierte sie mit ihrem neuen Programm „Black Widow“ Premiere. Foto: Veronika Zettler Foto: Die Oberbadische

Von Veronika Zettler Lörrach. Vom antiken Theater bis zum modernen Thriller: Durch alle möglichen Epochen und Kunstformen hat die schwarze Witwe ihre Fäden gesponnen. Jetzt setzt sich auch Erika Stucky mit dem giftigen kleinen Spinnlein auseinander und dekliniert reihenweise Deutungs- und Assoziationsmöglichkeiten.

Das Spinnenweibchen, das nach erfolgter Paarung das Männchen verspeist, die Frau, die sich selbst zur Witwe macht, indem sie einen (oder systematisch mehrere) Gatten umbringt, sowie nicht zuletzt, darauf hat die Künstlerin dieser Tage in einem Interview hingewiesen, Witwen im allgemeinen und Walliser Witwen, die für den Rest ihre Lebens schwarze Kleidung tragen, im besonderen. Deren dunkle Silhouetten hätten sie schon in jungen Jahren fasziniert. Im bilateralen Stucky-Kosmos bilden sie eines der vielen markanten Zeichen für den „Kulturschock“, den die Schweiz-Amerikanerin beim Übersiedeln von San Francisco ins Oberwallis erlebte, und den sie immer wieder zum Thema ihrer Performances macht.

Im folglich schwarzen Gewand betritt Stucky die Burghof-Bühne, scheppernd, keuchend, knurrend, auf dem Kopf eine Perücke, die kontrapunktisch wirkt, in Kontur und Farbe aber auch ein wenig an die Häupter der landsmännischen Clowninnen Gardi Hutter und Nadeschkin erinnert. Dass Komik im neuen Programm, den neuen Liedern nicht zu kurz kommen würde, hatten die Stucky- Fans erwartet, so wie sie bereits bei der Prinzessinnen-Nummer 2005 geahnt haben mochten, dass ein Witwen-Programm früher oder später die logische Folge sein würde. Zumal das Thema wie geschaffen ist für die schrägen und schrillen musikalischen Interpretationen und Dekonstruktionen, mit denen Erika Stucky zu einer der berühmtesten Bühnenfiguren der Schweiz wurde, breit gefächert und vor allem ambivalent genug, um zu einem klassisch sperrigen, nicht immer kohärenten, nicht immer auf Anhieb verständlichen Stucky-Paket zusammengeschnürt zu werden.

An dessen notwendigen Beigaben fehlt es denn auch bei der Premiere im gut gefüllten Burghof nicht. Da sind die Videoprojektionen, da ist das wasserfallartig sprudelnde walisisch-amerikanische Kauderwelsch, da sind die Jodler (wiewohl zum Leidwesen einiger Fans überwiegend in die Zugaben verbannt), die unvorhersehbaren Wechsel in Stimmung und Rhythmus, das permanente Umkippen der Hommage in die Persiflage - und natürlich Erika Stuckys Stimme, mit der sie einmal mehr alles macht, was man mit einer Stimme machen kann. Auch Geräusche, die in etwa so angenehm klingen wie die berühmten Fingernägel auf der Tafel.

Einmal mehr hat Erika Stucky hochkarätige Musiker um sich versammelt. Diesmal sind es David Coulter und Terry Edwards, mit denen sie vor drei Jahren an der „Rain-Dogs-Show“ mitwirkte, bei der mehrere Künstler das gleichnamige Album von Tom Waits neu interpretierten. Mit dabei ist außerdem der Schlagzeuger und Perkussionist Michael Blair, zumindest in Schlagzeugerkreisen eine lebende Legende und Meister darin, Alltagsgegenstände in sein Drumkit zu integrieren. Blair hat schon mit Allen Ginsberg zusammengearbeitet, noch öfter aber mit Tom Waits, auf dessen Platte „Frank’s Wild Years“ er unter anderem zu hören ist. Erika Stucky lieferte mehr oder weniger das Basismaterial, die männlichen Kollegen haben eigene Ideen hinzugefügt, mal einen Akzent, mal einen neuen Schwerpunkt, vor allem aber eine gehörige Portion verrätselter Tom-Waits-Ästhetik.

 

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SALZBURG JAZZFEST

„Jazz & The City“ ist nach der Demission des Salzburger Jazzherbsts in die erste Reihe aufgerückt.

14.10.2013 | 18:14 |  Von Samir H.Köck  (Die Presse)

 

Gewohnt wild gab sich Erika Stucky, mit Exmusikern der Pogues und der Tindersticks hing sie dunklen Visionen nach.

 

 

Helter Skelter.  Black Widow Band  JAZZFEST SALZBURG

http://www.youtube.com/watch?v=lNywnm700E8

 

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taufpate

 

"Tom Waits ist wie ein Taufpate für mich"


BZ-INTERVIEW mit der Walliserin Erika Stucky, die schräge und schrille helvetische Performance in den Lörracher Burghof bringt.
Die Schweiz ein Land der Biedermänner und Brandstifter? Erika Stucky ist der Gegenentwurf zu diesem einst von Friedrich Dürrenmatt skizzierten Nationalcharakter. Sie Jahren zeichnet die zeitweise im hippiesken San Francisco aufgewachsene Walliserin mit ihren schrägen und schrillen Musikperformaces ein ganz anderes Bild helvetischer Kultur, verknüpft Popkultur, Trash und eidgenössische Folklore zu einem eigenen Kosmos. Mit ihrem neuen Programm "Black Widow" startet sie nun im Burghof Lörrach eine Tournee. Reiner Kobe hat die Schweizer Sängerin und Performerin getroffen.

BZ: Frau Stucky, vor kurzem hatten Sie einen fulminanten Auftritt in Freiburg. Sie hatten volles Haus im E-Werk. Welche Gefühle löst das bei Ihnen aus. Was, wenn es mal nicht so voll ist?
Stucky: Ich freue mich natürlich, wenn ich auftrete und es ist volles Haus. Es ist toll. Nach fast 30 Jahren Live-Herumfräsen in der ganzen Welt habe ich mir einen Boden geschaffen mit den verschiedensten Programmen. Es ist eine Bestätigung, wenn das Haus voll ist. Es kommt schon vor, dass es mal nur 30 Leute sind aus verschiedenen Gründen, Fußball zum Beispiel. Das sind dann die richtig intimen, denkwürdigen Abende. Ich habe gerne einen vollen Saal, aber manchmal nervt es, wenn alle im Publikum lachen und sich kugeln. Manchmal ist es auch einem Teil des Publikums unangenehm, wenn der andere Teil so losprustet. Weil das Programm nicht auf Gags aufgebaut ist, brauche ich die Lacher nicht. Ich sage etwas und die Leute lachen. Ich denke dann, so witzig war es doch gar nicht, es war nur eine Einleitung zu einem Song.
BZ: Es kommt einem oft vor, wie die Fortsetzung einer Comedy-Sendung im Fernsehen.
Stucky: Ich habe auch schon geschimpft mit dem Publikum und habe gesagt: beruhigt euch, es braucht keine Lacher, außer es prustet aus euch heraus. Eigentlich könntet ihr euch beruhigen. Ich weiß, was ich tue. Die Leute haben Geld bezahlt und wollen für den Abend unterhalten werden. Wenn sie lachen, ist der Abend gelungen. Lachen ist ja etwas Schönes, trotzdem schätze ich ein ruhiges Publikum.
BZ: Sie machen verschiedene Programme mit verschiedenen Ideen und unterschiedlicher Musik. Wie kommen sie zustande?
dStucky: Es ist ein Segen, wenn man alles kann. Welche Jodlerin singt zum Beispiel Jimi Hendrix? Ich mit meinen zwei Pässen und verschiedenen Ausbildungen. Ich werde oft von unterschiedlichen Musikern geholt, weil sie wissen, dass ich auf allen Hochzeiten tanzen kann. Ich empfinde es als ein Fluch und ein Segen, so viele verschiedene Sparten abdecken zu können. Aber es hilft mir bei auch meinen Shows. Ich mache meine Filme selber, das Gewand stricke ich mir auch selbst. Wo Stucky drauf steht, ist wirklich Stucky drin. Ich habe keine Leute, die für mich dichten, arrangieren oder komponieren. Alles ist eigen.
BZ: Dies fordert sicher sehr viel Aufwand und Zeit. Wo bleibt dabei Ihr Privatleben?
Stucky: Meine Familie schimpft immer wieder, weil ich manchmal lange unterwegs bin. Jetzt bündele ich meine Konzerte stärker und mache längere Pausen. Ich muss schauen, wie alles geht, vor allem als Mutter. Vieles passiert ja im Kopf, so dass ich auch beim Kochen etwa meine Sachen weiterspinnen kann. Ich bin besessen.
BZ: Was inspiriert Sie? Was hält Sie am Laufen?
Stucky: Vor allem Filme, wenn ich mal abschalten muss. Ich schaue mir Serien an wie die Sopranos zum Beispiel. Mit Filmen kann ich meine Batterien laden. Sie inspirieren mich mehr als Bücher oder Theater. Ich kann mich auch einsperren und vier Tage lang mit niemandem reden
BZ: Wenn man das Cover Ihres neuen Albums "Black Widow", mit dem Sie jetzt auf Tour gehen, betrachtet, könnte einem Angst werden wegen der schwarzen Spinne…
Stucky: Dabei lächele ich doch so süß. Viele haben Spinnen nicht so gern, ich schon. Wenn ich die Frau auf dem Cover anschaue, dann sehe ich Morticia von der Addams-Family. Für mich war sie wichtig, sie sah so aus als schwarze Figur. Als ich mit neun Jahren ins Wallis kam, sah ich all diese Frauen in Schwarz. Stirbt der Mann, so muss dort die Frau für den Rest ihres Lebens in Schwarz gehen. Damals war ich noch zu jung, um die schwarze Witwe darzustellen. Ich musste noch andere Stufen durchleben, um langsam zur "Black Widow" zu werden.
BZ: Als "Black Widow" werden auch Selbstmörderinnen und Attentäterinnen bezeichnet. Damit haben Sie aber nichts zu tun?
Stucky: Nein, daran habe ich gar nicht gedacht. Es sind die Walliser Frauen, die sich verhüllen, sich in Trauer kleiden. Sie sind inspirierend und lösen etwas aus bei mir. Für mich war es ein ganz toller Kick, diese "Black Widows" als Vorlage für Songs und für die neuen Bühnenfilme.
BZ: Mit welchen Musikern kann man Sie in Lörrach hören?
Stucky: David Coulter und Terry Edwards, beides Engländer, sind mir bei der "Rain Dogs"-Tour von Tom Waits, die ich mitmachen konnte, aufgefallen. Beide sind Jazzmusiker und hervorragende Multiinstrumentalisten. Der Schlagzeuger Michael Blair ist Amerikaner, hat mit Elvis Costelleo und Lou Reed gearbeitet und lebt seit 25 Jahren in Schweden.
BZ: Was bedeutet der Gesang von Tom Waits für Sie? Hat er Sie beeinflusst?
Stucky: Ich kenn kaum einen Musiker, der nicht sagt, Tom Waits hat mich beeinflusst: vom Groove, von der Poesie, von der Auswahl der Musiker. Ich habe aber nie versucht, wie Tom Waits zu singen. Ich habe auch keinen einzigen Tom-Waits-Cover in meinem Programm. Trotzdem ist er wie ein Taufpate für mich.
BZ: Hat Ihre Musik jetzt etwas mit Jazz zu tun, da viel Improvisation und Spontaneität vorkommen?
Stucky: Absolut. Es sind ja alles Jazzer, wie ich schon sagte. Sie verstehen meine musikalische Sprache. Wenn ich mit Harmonien komme, hören sie, was ich singe, schließen die Augen und haben die passenden Akkorde im Kopf
BZ: Abschließend noch die Frage: Wie würden Sie sich selbst bezeichnen? Als Sängerin, Performerin, Komponistin, Jodlerin, Bandleaderin? Wie ist Ihr eigener Blick auf Sie selber?
Stucky: Wenn man mich fragt, was sollen wir schreiben bei Erika Stucky, Komma Jodlerin? Dann sage ich, könnt ihr tun. Aber schreibt doch einfach: Musikerin, Performerin.

 

 

– Konzert, Mittwoch 9. Oktober, 20 Uhr, Burghof

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Erika Stucky - Regenhunde, rote Fäden und Rabauken

Von Franz X.A. Zipperer

Da verwundert es auch nicht mehr, dass das Interview zeitlich nach 23 Uhr angesiedelt ist und um Punkt Mitternacht beendet sein soll, denn so wie Aschenputtel immer zur Geisterstunde den Prinzenball verließ, muss auch Erika Stucky pünktlich weg. Wohin, will man gar nicht wissen. Vielleicht zu David Coulter, dem umtriebigen Kerlchen an den Tasten, Gitarren, singenden Sägen und Violinen. Dem geheimnisvollen Gesamtkunstwerksdenker, der schon solch aufregenden Frauen wie Lydia Lunch, Marianne Faithfull oder Yoko Ono zu Diensten war. Oder zu Terry Edwards, dem dunklen Herrscher über Bässe und eine Armada von Blasinstrumenten, der mit seinen Fähigkeiten PJ Harvey bezirzte. Oder aber doch zum dumpf-düsteren Schlagwerker Michael Blair, der die Klangphilosophie eines Tom Waits maßgeblich beeinflusst hat.

Diese Herren geben sich auf Black Widow ein Stelldichein mit Erika Stucky, ihrem Akkordeon und ihrer Stimme. »Der rote Faden wurde weit vorher gesponnen, 2011, bei der Rain Dogs-Show«, hebt die Schwarze Witwe an. »Tom Waits’ legendäres Rain Dogs-Album wurde dabei von einem 18-köpfigen Ensemble neu interpretiert. David Coulter und Terry Edwards waren mit dabei, genau wie ich. Ihr einerseits feinsinniger Kunstansatz und dessen gleichzeitig rabaukenhafte Umsetzung führten dazu, dass ich gleich doppelt verliebt war. Ich musste beide für mein nächstes Projekt gewinnen«. Bei einem ewig langen Skype-Geplauder wurde

über dies und jenes gesprochen, die Zusage der beiden Musikzampanos für Erika Stuckys Black Widow-Projekt fiel schließlich ohne viel Überzeugungsarbeit in einem Nebensatz. Im nächsten Hauptsatz aber fiel der Name Michael Blair. »Der müsse dabei sein, sagten David Coulter und Terry Edwards. Schließlich war er es, der über viele Jahre an den zentralen Produktionen von Tom Waits, dem amerikanischen Großmeister in Sachen schräger Genialität, maßgeblich beteiligt war«, erinnert sich Erika Stucky.

Michael Blair war inzwischen in Stockholm hängengeblieben und sesshaft geworden. Eine dritte Verliebtheit blühte in Erika Stucky auf. Sie hielt es dabei mit Oscar Straus und Alfred Grünwald, die einst für ihre Operette Eine Frau, die weiß, was sie will das wunderschöne Chanson »Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben?« schrieben. Ob eins, zwei oder drei – darauf kommt es bei einer Schwarzen Witwe ja eh nicht an. Um die Musiker endgültig in ihren Bann zu ziehen, schraubte Erika Stucky überstürzt im Laptop Stückfetzen zusammen. Eine Skizze nach der anderen türmte sich auf. Ein Berg aus überschwänglichem, urkomischem Musikkauderwelsch, aus diffusen und sperrigen Traumnoten und klar erkennbaren, fast gegenständlich wirkenden Klängen, wie sie nur Erika Stucky zuwege bringt. »Das Zeug habe ich dann eingepackt und bin erst zu Michael Blair nach Stockholm gereist«, erzählt die Sängerin weiter. Der konnte sich den wilden und versponnenen Kompositionen nicht entziehen und setzte sparsam und äußerst gefühlvoll rhythmische Akzente. So dass das raue und kantige noch rauer und kantiger wurde. Zudem lud er die Stücke mit Gerumpel und Gerassel und teilweise mit totalem Krach auf. »Um uns in Stimmung zu bringen, haben wir jeden Morgen eine Version von ›Black Betty‹ aufgenommen. Eine verschrobener und härter als die nächste«, lacht Erika Stucky. Sollten Death-Metal-Musiker der Fassung lauschen, die es am Ende auf die Platte geschafft hat, könnten sie glatt auf die Idee kommen, ihre Instrumente in die Ecke zu stellen. Als Erika Stucky dann nach London zu David Coulter und Terry Edwards zog, wurde dort der Schönheit des Unmittelbaren gehuldigt.

»Meine Noten durften weinen, wenn sie weinen wollten, und lachen, wenn ihnen zum Lachen war«, fährt sie fort. »Wenn sie krumme Nasen hatten, durften diese krumm bleiben.« So ist aus einem ersten intuitiven Prozess an Erika Stuckys Rechner ein aufrührerisches, aufrüttelndes und anrührendes Werk geworden. Die Schwarze Witwe hat eine neue tönende Seite gezeigt. Und diese wird nicht nur einen Mann morden, ihr werden Frauen ebenso verfallen. Die Tournee, übrigens in der Besetzung der Platte, wird eine Schneise hinterlassen, die der gepflegte Krach schlagen wird.

Aktuelle CD: Erika Stucky: Black Widow (Traumton Records / Indigo)

ITALIEN CRITIC... scarcely translated

  

Scritto da Romualdo Del Noce  - Fabio Ciminiera  Giovedì 05 Dicembre 2013 00:00

 

Erika Stucky: voce, elettroniche, digi-bass, fisarmonica, violini

Michael Blair: batteria, percussioni, dropbox, loops, cori

David Coulter: chitarra elettrica tenore, violectra, piano preparato, sega musicale, cori

Terry Edwards: sassofoni, flicorno, organo, chitarre, basso elettrico, cori

Knut Jensen: ukulele, glockenspiel, elettroniche, clavicembalo, cori

Steve Nieve: piano preparato, elettroniche

Lucas Niggli: batteria, percussioni, glockenspiel

Marc Unternahrer: tuba

Ioanna Seira: violoncello


Tra fumo ed arrosto, operare una demarcazione netta e funzionale non è sempre impresa proba, e nemmeno meritoria: ma il fumo delle citazioni e dei seminali ancestors non è qui fuorviante, ancor meno nebuloso, e in poche mosse si svela ancorato a solide concretezze di background ed ispirazioni.

L'artista nativa di San Francisco e precocemente reincorporata nell'originaria Svizzera ha metodologicamente fatto della necessità di sopravvivere al "trauma culturale" la virtù di elaborare in celerità la peculiare miscela di Swiss-American-feel-of-Life - testuale! - coerentemente devoluto fino al sesto lavoro discografico: album palesemente còlto e di vaste prospettive, Black Widow non sembra marcare poi nemmeno più di tanto il pedale del caratterismo d'immagine né cercare approcci catturanti giocati sull'effimero.

Modellandosi su un pop-rock d'allure ampiamente ibrida e morfologicamente senza membrane protettive, pur strutturandosi su un sapiente senso sell'orchestrazione, incorporando sapientemente un camerismo còlto su matrici da blues primigenio e portando a remote conseguenze i segni della psichedelia e certi umori da Kraut-Kabarett (con tutta la legittima repulsa per quante (il)legittime etichette) e non ignorando la formazione semanticamente molto USA e segnatamente molto indie, il lavoro - in diretta discendenza dal grande cantautorato "deviante" - non difetta però di progettualità palese ed estensiva fruibilità.

Tra le fitte, godibili campiture chitarristiche, le spiazzanti libertà foniche del piano preparato, le vigorose marce degli ottoni, qualche rotondità "Isham-style" della tromba e le stimolanti macchinazioni elettroniche, la varia ricchezza dell'effettistico puzzle timbrico incastona da gran cornice la vocalità "adeguatamente" segnata, abile nel dosare humour e sempre calibratamente drammatica di una protagonista che non s'atteggia né gioca di bluff nel non manifestare complessi d'inferiorità e declinare il proprio solido retaggio.

Registrato ed edito tra Londra, Berlino e Stoccolma, sotto l'egida della Stadt Zürich, opera che certamente tanto deve all'oculato casting nella scuderia di talenti prevalentemente votati al multistrumentismo e di mai banale apporto, Black Widow è opera sfaccettata, articolata e completa, che della peculiare solista disvela il talento maturo, "diversamente empatico" e variamente coinvolgente.

Between smoking and roast , making a sharp distinction is not always functional nor a probable enterprise  , and even meritorious , but the smoke of the citations and seminal ancestors here is not misleading , much less nebulous , and in a few moves is revealed anchored to solid concreteness of background and inspirations .


The artist native of San Francisco and early reincorporated in the original methodologically Switzerland has made ​​the need to survive the " culture shock " the power to draw in the rapidity peculiar blend of Swiss- American -feel- of- Life  - Consistently donated to her sixth record : an album clearly taken hold of vast perspectives, Black Widow does not seem to mark and even more so the pedal caratterismo image or search approaches capturing the ephemeral played . ( say what ?)


Modeling itself on a pop -rock allure of widely hybrid morphologically and without protective membranes , while a clever way of structuring sell'orchestrazione , skillfully incorporating a chamber music taken hold of matrices from primitive blues and remote consequences leading to signs of psychedelia and certain moods from "Kraut-Kabarett" (with all the legitimate repulsion for how many ( a ) legitimate labels) and not ignoring the formation semantically very much indie USA and in particular , the work - in direct descent from the great songwriting " deviant " - but does not lack of clear planning and extensive usability.


Among the dense , enjoyable guitar backgrounds , the unsettling freedom phonic plan preparation, vigorous brass gears , some roundness " Isham-Style" trumpet and stimulating electronic machinations , various tonal richness dell'effettistico puzzle by embedding the large frame vocal " properly " marked , skilled in the determination of humor and always dramatic calibrated a protagonist who does not play or bluff or manifest inferiority complexes and decline her solid legacy .


Recorded and edited in London, Berlin and Stockholm, under the auspices of the City of Zurich , a work that certainly has a lot of talent in the stable casting of the ocult. Predominantly voted to multistrumentism and never a trivial contribution .

 

Black Widow is the work of multi-faceted , comprehensive and articulated artist , which reveals the peculiar solo mature talent , " otherwise empathetic " and variously engaging.

MORE WIDOW PRESS


Schwarze Witwe in Hochform  LUXEMBURGCLAUDE MÜLLER

Die Erika Stucky-Black Widow-Show in Düdelingen
 
Wer Erika Stucky kennt oder sie schon mal live erlebt hat, weiß dass man immer wieder mit unerwarteten Situationen konfrontiert wird und Überraschungen permanent an der Tagesordnung stehen. Das „Tribute to Jimmy Hendrix“ bei Live At Vauban, die Jodelshow in der Philharmonie oder die eher jazzorientierten Konzerte im Studio des Großen Theaters und im Melusina auf Einladung des „jazzclubluxembourg“ sind noch immer in bester Erinnerung und so durfte man gespannt sein auf dieses aktuelle Projekt, das sich mit dem Ausnahmemusiker Tom Waits beschäftigt, zumal drei der Bandmitglieder schon mit dem Songwriter selbst zusammen gearbeitet hatten.
Leicht spielerische Demonstration
Extravagant und fast übersinnlich, aber trotzdem betont natürlich präsentierte sich Erika Stucky direkt mit einer leicht spielerischen Demonstration ihrer wahren Stärke, nämlich der Aussagekraft ihrer bescheidenen aber skurrilen und originellen Philosophie, die als Leitfaden die gesamte Soiree durchzog.
In einem einzigartigen Hymnus an die diversen Popkulturen der letzten Jahrzehnte vermittelte die Vokalistin ein von Emotionalität und Spontaneität sprühendes Lebensgefühl, das permanent einen Hauch von Protestbewegung vermittelte. Klar wurde hier bewusst auf die Manipulation durch sterile technische Effekte, wie sie heute in der gängigen Musikbranche angewendet werden, verzichtet und exklusiv auf handgemachtes
 
Können und das Know How immenser musikalischer Erfahrungen gesetzt.
Perfektes Zusammenspiel
Viele Popgrößen ließen grüßen, Stucky erinnerte teilweise an Janis Joplin oder Joni Mitchell, Multiinstrumentalist Terry Edwards ließ durch seinen Einsatz auf Trompete, Saxophon und Keyboard eine vielschichtige Klangkulisse aufleben, David Coulter lieferte ein hendrixverdächtiges Gitarrensolo und Schlagzeuger Michael Blair bestach durch eine enorme Präzision mit phantasievoller Aussagekraft.
Stucky führte wie gewohnt in ihrer lockeren Manier dreisprachig, schwyzerdütsch, amerikanisch und französisch wechselten sich ab, durch das abwechslungsreiche Black Widow-Programm, das in diesem Genre sicher einmalig war.

 

 

 

 

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JAZZTHING WIDOW CD

It rumbles in the crate. She was the naughty Mrs Bubbles and played an oblique Princess. She propagated  Alpine Voodoo on her "Suicidal Yodels "album, and recently with her " Stucky Live ," gave an overview of 25 years, live on stage.

Now Erika Stucky takes on a new role: it is the Black Widow - and she choses as her accomplices experts of some other sort of vocal Entertainment from the environment of Tom Waits.                 Text Uli Lemke

Well, first, I do like spiders. When my girl friends jump on chairs and scream . 'Come quickly , get this thing! ' , I go, grab it and bring it outdoors. Never was a problem for me . When we moved from America to Switzerland I noticed in the village, all these women dressed in black. Dressed in black out of devotion . When your husband died , the woman was expected to wear black for a year some wore it for Lifetime. They were also called "Black Widows".Later I found out, that the spiders were named that way. "La Veuve Noire". I thought that was exciting.

 The spider that makes herself a widow by eating her male . The Vamp, the devotees consume itself in its glamor . " Of course, it 's also great as a singer , as an actress , as a woman in the figure of the Black Widow to go on stage. It reflects the musician. "For a while I was querky Mrs. Bubbles, then I was - right before 40 - the Princess , and now I'm slowly getting to the Widow age . " Erika Stucky was never just a singer or but a musician, she has with her music, always filled rolls , made ​​entertainment.

Two years ago she was involved in the Rain Dogs show, a tribute to the legendary album of Tom Waits, among other concert halls at the celebrated festival in Montreux:  Here Erika Stucky met the musicians: David Coulter , a specialist on the musical saw and more usual instruments , and Terry Edwards trained on bass , keyboards and saxophones as well as trumpets also knitted the sounds on Waits  wildest music theater " Black Rider ". The two set contact with Michael Blair who had delivered the Waits percussions in the eighties. " With the three guys in mind, I collected and spun the materials for my Black Widow  . '" The result: balladesque changes with anarchic noise, tearjerkers with maliciousness through the spherical sounds of Coulters Omnichords , psychedelic  samples and set pieces from the sixties diving on the Beatles classic " Helter Skelter" - which became a battle cry for Charles Manson - and Leadbelly 's " Black Betty " a threshing Blair on everything around him. "He has beaten 30 years ago for Waits on wheel caps and kettles, triggering a revolution in the drummer scene.

I wanted this monster noise, only we ourselfs could set our own limits. Terry also with his saxophone blows constantly gorgeously outstanding . This coughing and snotty schnoddern I can really make good use of,  in my musical world , "says Ms. Stucky . " I have always found joy in the rumble-jumble sounds. Only now, I have the world-class best rumbling men on board with me.

Maybe, or indeed i have become more mature , "she giggles . Absolutely not duller. Their version of " Black Betty " plays with all interpretations of this song , from the prison van to the black leather whip, to the black Madonna Stucky grabs it all and shoots everything into it. For " Shanghaied " - " which of course is a super word" - it handles impressions of a performance in the metropolis , in " Spiderlegs " they amused themselves, in a seemingly naive way,  over heartaches and in "Mob Mama," she plays the head of a mafia clan. Lyvia was my hero of the TV series " Sopranos ", Tony's mom . " I  did watch the whole series more than once . Many nights I spent with Tony Soprano . During the mixdown of 'Black Widow ' Tony passed away . It was clear to us, that he deserved a farewell note on the back of the CD. (Note : James Gandolfini , who played the role of a mobster in the series, died in June of this year. ) Tony's mother Livia practicing matriarchy in the family and falls mainly as a nuisance . The motto quoted  - literally and quite self-conscious at the end of the Blair-noise-tuned  Mob Mama song " .  I know how to talk to people!"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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JAZZPODIUM BLACK WIDOW

engl jazzpodium

When the black widow yodels ...

One of the strangest phenomena of nature - perhaps not from a female perspective - is known in the animal kingdom which belongs to the family of the ball spinning " Black Widow " It is well known that the female eats the much smaller male after the mating . Against this somewhat macabre background Stucky shapes the music of their new album " Black Widow ", which six years after their last studio album (" Suicidal Yodels " ) with nebulous , vague dream imagery and a big dose of humor with her own compositions as well as songs by The Beatles , Brenda Lee and Leadbelly .

"I 'm always happy if anyone knows where to put me, where to classify me ," Stucky says to the question of whether her records go into a rock - pop or avant-garde cabinet ." In the yodel book, Yodel -Ay - Ee- Oooo ' by Bart Platenga, I 'm with the  avant-gardes ' In another I ended up in the folk box because of Suicidal Yodels : . a third party because of my Jimi Hendrix project put me in the Harley Davidson department. I'm really happy if anyone knows where he bears me , it helps me , because I then do not have to think about what it really is , Pop, Jazz, Rock : I understand the dilemma , fortunately it's not really my problem . "  Its like food, says Stucky, most people like fries and burgers, the funny things, not everyone might like to try and risk an upset stomach . Try it . Risk . Erika Stucky has rendered in a manner to the humor in contemporary music , which proves to be neither lifted nor disrespectful . As they processed on "Princess" ( 2005), the rock and roll classic " Jailhouse Rock " as a greeting in Alpine home trombone and tuba bliss , far from folklore . On " Black Widow " there is also an oblique adaptation of a popular song. It's " Black Betty " by the U.S. blues singer Leadbelly ( Huddie Ledbetter = ) , the one day wonder Ram Jam in 1977, the million-seller . Erika Stucky opens the album with this song. " Crazy, eh , it opens the CD.  Leadbelly , what a super name the man with lead in his stomach.  On the other hand Black Betty  could be the leather whip in prison, or a big black police car like Tom Waits, Big Black Mariah  - or the black madonna ?
-  I see the Widow the Black Widow. Much remains open, unsaid. We had chosen Black Betty as every morning to warm up, with Michael Blair in Stockholm. He came to the studio , and even before our first coffee, we had three daily versions of Black Betty ' recorded , just to warm up . The song always felt better each day,  and suddenly it opened the album. Some musicians were skeptical and may have chosen a different tune. But I stuck with it, because I was sure that people want to hear something daring from me. "

Allegedly the Manson Family used the song " Helter Skelter " by The Beatles as a stimulant in the murder of pregnant actress Sharon Tate and several of her friends on 9th of August in 1969. Charles Manson wrapped his revolution abstruse ideas in obscure conspiracy and took the Beatles song and with it, ordered to kill rich Americans . The killers wrote the two words ( the first with a mistake ) with the blood of the victim against a wall in one of the houses identified as a crime scene on Cielo Drive in Los Angeles. "I carry  this bitter taste with me since then.
It must have to do with me, as a seven year old girl, horrified by this bewildered man on TV, with his big eyes staring into the camera and laughing crazily. I shudder even now just talking about it. Growing older , I finally realized what happened. This
Song accompanies me like a curse. Nevertheless, we play it on concerts , strong and bulky, it has a "bite" . Maybe its on ' Black Widow '  because its so dark. "

When Erika Stucky speaks of accidents , she does not mean terrible events on the roads or highways. " She means musical accidents. There are sometimes accidents when I integrate quotes into my songs. I remember 'All the leaves are brown and the sky is gray' from 'California Dreamin ' by The Mamas And Papas . The only reason I quote this line, is because David hit these chords by chance . I did not think we would keep it. It's like a jukebox effect. Once your fifty and have spent your life listening to music, quotes float
into your compositions . Mine anyway. I do that when i improvise on the lyrics and the melody of course . Meanwhile, I have eaten so much music, so to say, that I sweat it. I transpire it.  I always need a little courage to admit that , very often I forbid myself to open these gates . But I always run around with something singing in the back of my head. If you open all your channels as in such a production and emotionally dare to become involved, then it pours out . You let the music rain on you. "
Erika Stucky was born in the sixties. In California to Swiss parents smack in the middle of the Flower-Power center . San Francisco. In the seventies, the family moved to Switzerland in the Upper Valais with two innocuous words Stucky describes the return on her lnternetseite : . . . Culture shock Trachtenverein ( Folklore Center) "I've made peace with both words . The press has always picked up on the Culture Shock, George Gruntz announced me in Russia and Germany : The Girl with the culture shock. I always thought : Hmm, don't we all suffer from that ? But we all have our kinks and dents in life. I realized this is something natural for me because I know if I have these two childhoods
I made peace with it. The costume club was Disneyland for me. It was like Heidi in Disneyland. Even the church confessions were like Disneyland to me , I loved it. You go into this box in, confess your sins  -  you go into it with a black heart and come out with a white one.  How great is that!
As a child she learned the yodel techniques. Still an important mean of expression in Erika Stuckys singing talents . But she does not use the Swiss yodeling as pure folklore. Nevertheless, the other techniques she learned as a child , beating on snow shovels and brooms , she transported over into adult life . "They are already embodied ,
perhaps like a dialect , when you roll the  'R's' as a kid, you do as an adult as well. Your tongue is used to that. " Two years ago, she worked with Terry Edwards ( Lydia Lunch ) and David Coulter ( The Pogues ) in the "Rain Dogs Revisited Review".  That
eponymous Tom Waits double album went on tour. In addition to Edwards and Coulter including Jane Birkin, St. Vincent, Steff Kamil Carlens , Arthur H. and The Tigerlillies were also part of  the ensemble . Terry Edwards plays everything , trumpet, saxophone, bass . " Everything he touches , sounds ," says Stucky . " David Coulter as a musical director has the big picture, and it is no coincidence that he worked on
the , Black Rider' with Tom Waits. David then introduced me to Michael Blair. After two hours of Skype Blair said : "I 'm in. I'll be there."  The band is brand new and I find out how to function with them . It sparks! , so not much can go wrong. "

Even as a child Stucky came in contact with film . " My dad had a Super-8 camera he always squeezed my hand round it and said . Go ahead film! Then I had to shoot while he danced in front of the camera. I never was afraid of the media. After thirty years of live gigs one has many appetites , you want to write songs, do movies to them, take your own presspictures. I want to pack it all in my shows , because I have this happiness to have multiple talents. The costumes got crazier, the movies were fun and the arrangements were getting more and more daring. Eventually everything will be a unified whole.
Thats what one speaks of, when they dryly say "multimedia. "

The question of her favorite song on the current CD unearths a curious story, Erika picked up in Amsterdam. The song is called " I'm good " and was , after she had been "hidding" in the Dutch metropolis. "I had three weeks, rented an apartment on the lower floor of a house.  The Dutch have no curtains on their windows. Every morning I practiced the ukulele in my pajamas. Men peeked inside . I thought , oh God , what's going on here? After a few days I realized that I was two streets away from the red light district.
The women sit in the windows, maybe not with the ukulele. So much was clear , but maybe there is a fetish with ukulele and pajamas? Every morning while drinking coffee a few of these prostitutes walked by , one always said, I'm good , I'm better than most of those guys out there . At home again, of the song then stumbled out of me . " Hide and Seek in Amsterdam resulted from Erika Stucky's longing for peace when everybody around was tugging at her and wanted something . " At home I cannot really hide .
People come over, mom wants something that happens to everyone. Purely human. So there is only one solution: when you're away - you're gone. It was Amsterdam for me. Just a few weeks of silence . "

The Amsterdam "radar silence" was like the silence before the big storm that is likely to follow the release of " Black Widow " . This attention can already be predicted almost as a guarantee , because of a labelling Stucky rarely succeeds and always manages to conjure up the colors and shapes supposedly known multi-armed surprises. (? say what. ha!)  google translation.  love it!

 

GERMAN


Eines der seltsamsten Naturphänomene - vielleicht nicht aus weiblicher Sicht - ist aus dem Tierreich bekannt: die zur Familie der Kugelspinnen gehörende "Schwarze Witwe" ist bekannt dafür, dass das Weibchen nach dem Begattungsvorgang das sehr viel kleinere Männchen auffrisst. Vor diesem etwas makabren Hintergrund formt Erika Stucky die Musik ihres neuen Albums "Black Widow", das sechs Jahre nach ihrem letzten Studioalbum ("Suicidal Yodels") mit nebulös-undeutlichen Traumbildern und einer dicken Portion Humor eigene Kompositionen sowie Songs von The Beatles, Brenda Lee und Leadbelly enthält.

"Ich bin immer froh, wenn jemand weiß, wo er mich hintut", sagt Erika Stucky auf die Frage, ob die Aufbewahrung ihrer Schallplatten im Rock-Pop-Avantgarde Plattenschrank korrekt ist. "in dem Jodelbuch , Yodel- Ay-Ee-Oooo' von Bart Platenga werde ich hinten unter 'Avantgarde' geführt. Bei einem anderen bin ich in der Folk-Kiste gelandet wegen ,Suicidal Models: bei einem Dritten wegen des Jimi-Hendrix-Projektes in der Harley Davidson-Abteilung, weil er dort seine Motorradmusik hat. Ich bin wirklich immer froh, wenn jemand weiß, wo er mich ablegt, mir hilft das, weil ich nicht überlegen muss, was es wirklich ist, Pop, Jazz, Rock: Ich verstehe das Dilemma, zum Glück ist es nicht wirklich mein Problem." Die Freundin von Erika Stuckys Mutter, weit über achtzig Jahre alt, fragt sich dagegen, was das ist, was die Erika da macht - "Ich komm net druff." Es sei wie beim Essen, sagt Stucky, die meisten mögen Pommes und Schnitzel, die komischen Sachen mögen nicht alle, außer denen, die vielleicht gerne ausprobieren und auch einmal eine Magenverstimmung riskieren. Ausprobieren. Riskieren. Nichts liegt Erika Stucky näher als diese beiden außermusikalischen Begriffe, die ihre Musik von Beginn an begleiten und ohne die der Stucky-Effekt gar nicht möglich ist. Erika Stucky hat sich in einer Art und Weise um den Humor in der zeitgenössischen Musik verdient gemacht, die sich weder als abgehoben noch als respektlos erweist. Wie sie auf "Princess" (2005) den Rock'n'Roll-Klassiker " Jailhouse Rock" als alpenländischen Heimatgruß in Posaunen- und Tuba-Seligkeit verarbeitete, sucht seines gleichen. Auf "Black Widow" findet sich ebenfalls eine schräge Adaptation eines populären Songs. Es handelt sich um "Black Betty" des US-amerikanischen Bluessängers Leadbelly (= Huddie Ledbetter), den die Eintagsfliege Ram Jam 1977 in den Millionenseller-Himmel führte. Erika Stucky eröffnet mit diesem Song das Album. "Verrückt, gell, hätte ich auch nicht gedacht, dass der als erstes kommt. Leadbelly, Bleibauch ist ein Supername, der Bleibauchmann, der Mann mit Blei im Bauch. ,Black Betty' kann vieles heißen. Es ist die Peitsche im Gefängnis, oder wie bei Tom Waits ,Big Black Maria: dieses große schwarze Polizeiauto. Andere sehen
die schöne schwarze Mama, ich sehe die Witwe. Es bleibt vieles offen." Sie hatte den Song nicht unbedingt für die CD ausgewählt. "Ich hatte ihn ausgewählt, um in Stockholm mit Michael Blair jeden Morgen warm zu werden. Er kam ins Studio, und noch vor dem Kaffee haben wir dreimal das ,Black Betty' eingespielt, einfach zum Warmwerden. Der Song fühlte sich immer besser an und plötzlich war er drauf. Die anderen waren erst skeptisch und meinten, kannst du nicht etwas Verträglicheres wählen. Aber ich blieb dabei, weil ich sicher war, dass die Menschen so etwas von mir hören wollen. "

Angeblich benutzte die Manson Family den Song "Helter Skelter" von The Beatles als Aufputschmittel bei der Ermordung der schwangeren Schauspielerin Sharon Tate und mehrere ihrer Freunde am 9. August 1969. Charles Manson verpackte seine abstrusen Revolutionsideen in obskure Verschwörungstheorien und entnahm dem Beatles-Song angeblich den Auftrag, reiche Amerikaner zu töten. Nachweisbar schrieben die Mörder die beiden Wörter (das erste mit einem Schreibfehler) mit dem Blut der Opfer an eine Wand in einem der als Tatort identifizierten Häuser am Cielo Drive in Los Angeles. "Ich werde diesen bitteren Geschmack
nicht los. Live habe ich , Helter Skelter' immer noch dabei. Es muss damit zu tun haben, dass mir als Siebenjährige das so eingefahren ist, diesen Mann im Fernsehen zu sehen, der mit seinen großen Augen in die Kamera schaut und irre lacht. Mir schaudert es jetzt noch beim Erzählen. Als ich immer erwachsener wurde, merkte ich erst, was da abgegangen war. Dieser
Song begleitet mich wie ein Fluch. Trotzdem ist er schön zu spielen, kräftig und massig, er ist gut zum Beißen. Vielleicht ist er auf 'Black Widow' dabei, weil er ein wenig ,darker', dunkler sein darf."

Wenn Erika Stucky von Unfällen spricht, meint sie nicht die schrecklichen Ereignisse auf den Landstraßen und Autobahnen. "Es sind manchmal Unfälle, wenn ich Zitate in meine Songs integriere. Ich erinnere mich an 'All the leaves are brown and the sky is grey' aus 'California Dreamin" von The Mamas And Papas. Das habe ich nur so drüber gesungen, weil David mit seiner Gitarre die Akkorde getroffen hat aus Zufall. Ich dachte nicht, dass sie es drauf lassen. Es ist wie ein Jukebox-Effekt, wenn man fünfzig ist und sein Leben lang Musik gehört hat. Ich denke, die Klassiker haben das auch, dürfen es aber nicht immer hinein
fließen lassen in ihre Kompositionen. Ich darf das beim Improvisieren natürlich vom Text und von der Melodie her. Inzwischen habe ich so viel gegessen, dass ich das ausdünste. Ich brauche immer ein wenig Mut, das zuzulassen, sehr oft verbiete ich es mir auch. Aber man hat immer etwas mitlaufen im Hintergrund. Wenn man alle Kanäle öffnet wie bei einer derartigen Produktion und sich emotional wagt, sich einzubringen, dann regnet schon mal so ein Zeug herein." Erika Stucky kam in den Sixties in Kalifornien zur Welt, ihre schweizerischen Eltern legten sie ins Flower-Power-Weltzentrum San Francisco in die Wiege. ln den Siebziger Jahren übersiedelte die Familie in die Schweiz ins Oberwallis. Mit zwei harmlosen Wörtern beschreibt Stucky die Heimkehr auf ihrer lnternetseite: Kulturschock. Trachtenverein. "Ich habe mit beiden Wörtern Frieden geschlossen. Die Presse hat immer von ,Kulturschock' geschrieben, George Gruntz hat mich jeweils so angesagt in Russland und Deutschland: Das Mädchen mit dem Kulturschock. Ich dachte immer: Hm, haben wir das nicht alle? Wir haben doch alle unsere Verbeulungen und Verknickungen im Leben. Ich merkte, das ist etwas Natürliches für mich, weil ich diese zwei Kindheiten  ,sofern habe ich
mich schon damit versöhnt. Der Trachtenverein war für mich Disneyland.  Die Walliser dachten vielleicht, jetzt muss sie in den Trachtenverein wie die Mama. Das war wie Heidi im Disneyland. Auch das Beichten war für mich Disneyland, ich fand das super. in dieses Kästchen rein, man sagt seine Sünden, man geht mit einem schwarzen Herzen hinein und mit einem weißen heraus. Das darf man in Amerika eigentlich niemandem
erzählen. "

Als Kind lernte sie die Jodeltechnik, die heute noch ein wichtiges Ausdrucksmittel in Erika Stuckys Sangeskunst darstellt. Sie nutzt das Jodeln aber nicht als pure Schweizer Folklore. Trotzdem benutzt sie Techniken, die sie als Kind gelernt hat, das Schlagen auf Schneeschaufeln und Besen, was sich ins Erwachsenenleben hinüber gerettet hat. "Das sind schon Prägungen,
vielleicht wie ein Dialekt, wenn man das ,R' rollt und es als Erwachsener immer noch tut. " Seit zwei Jahren arbeitet sie mit Terry Edwards (Lydia Lunch) und David Coulter (The Pogues) zusammen, als sie mit der "Raindogs Revisited" -Revue nach dem
gleichnamigen Tom Waits-Doppelalbum auf Tour ging. Neben Edwards und Coulter zählten Jane Birkin, St. Vincent, Stell Karnil Carlens, Arthur H. und The Tiger Lilli es zum Ensemble. Terry Edwards spielt alles, Trompete, Saxophon, Bass. "Alles, was er in die Finger nimmt, klingt", sagt Erika Stucky. "David Coulter hat den großen Überblick, und es ist kein Zufall, dass er
die ,Black Rider'-Geschichte mit Tom Waits gemacht hat. David hat mich dann mit Michael Blair bekannt gemacht. Nach einem zweistündigen Skype meinte Blair: Ich bin drin, bin dabei. Die Band ist brandneu und ich muss schauen, wie ich sie live einsetze. Es hat schon so gefunkt, so viel kann nicht mehr schief gehen. "

Schon als Kind kam Erika Stucky mit Film in Berührung. "Mein Vater hatte eine Super-8-Kamera, die er mir immer in die Hand drückte und sagte: do it, do it. Ich musste dann filmen, während er vor der Kamera tanzte, auch mit meiner Mutter tanzte, was ich zu filmen hatte. Ich hatte nie Angst vor dem Medium. Hinzu kommt, dass man nach dreißig Jahren Live-Gigs auch noch andere Gelüste hat, zum Schreiben, zum Filmen, zum Fotografieren. Ich möchte das alles in meine Shows einpacken, da ich dieses Glück habe, mehrere Talente zu besitzen. Es wurde dann immer verrückter mit komischen Kostümen und spaßigen Filmen und lustigen Arrangements. Irgendwann wird dann alles aus einem Guss. Dann spricht man ganz trocken von Multimedia."

Die Frage nach dem eigenen Lieblingssong auf der aktuellen CD fördert eine kuriose Geschichte zutage, die Erika Stucky in Amsterdam erlebte. Der Song heißt "I'm good" und entstand, nach dem sie sich in der holländischen Metropole "versteckt" hatte. "Ich hatte drei Wochen lang ein Appartement gemietet, im unteren Geschoß eines Hauses. Die Holländer haben keine Vorhänge vor den Fenstern. Jeden Morgen übte ich in meinem Pyjama die Ukulele zu spielen. Männer gingen vorbei und schauten hinein. Ich dachte, ach Gott, was ist denn hier los? Nach einer Woche merkte ich, dass ich zwei Straßen vom Rotlichtviertel entfernt war.
Dort sitzen die Frauen auch in den Fenstern, vielleicht nicht mit der Ukulele. Mir war dann klar, vielleicht gibt es einen Fetisch mit Ukulele und Pyjama. Was die Menschen sich gedacht haben, die mich dort sahen, weiß ich nicht. Jeden Morgen beim Kaffeetrinken wandern ein paar von diesen Prostituierten vorbei, eine sagte immer: I'm good, I'm better than most of the guys out there. Zuhause purzelte der Song dann einfach aus mir heraus." Das Versteckspiel in Amsterdam resultierte aus Erika Stuckys Sehnsucht nach Ruhe, wenn alle an ihr herumzupfen und etwas wollen. "Daheim kann ich mich nicht wirklich verstecken.
Die Leute kommen vorbei, die Mutter will etwas, das passiert jedem Menschen so. Da gibt es nur eins: wenn man weg ist dann ist man weg. Ja, sie ist weg, heißt es dann, sie ist in Amsterdam. Dann habe ich einfach ein paar Wochen Funkstille."

Die Amsterdamer Funkstille wirkte wie die Funkstille vor dem großen Sturm, der wahrscheinlich auf die Veröffentlichung von "Black Widow" folgen wird. Diese Aufmerksamkeit kann man schon fast als Garantie voraussagen, weil eine Schubladisierung von Erika Stucky nur selten gelingt und sie es immer wieder schafft, aus den vermeintlich bekannten Farben und Formen vielarmige Überraschungen zu zaubern.

Jazz Podium, Klaus Hübner

 

MORE PRESSCLIPPINGS.... OLDER STUFF

 

 

 

 

 

OTHER PRESSCLIPPINGS:

 

ERIKA STUCKY,
Suicidal yodels
(Traumton Records 4509/www.traumton.de)

'File under jazz' staat te lezen op de website van Traumton, het label waarop Erika Stucky Suicidal yodels heeft uitgebracht. Dat is een gemakzuchtige omschrijving die geen recht doet aan de manier waarop de zangeres ver boven alle genres uitwiekt. Haar jodelen en accordeonspel zijn in ieder geval stevig geworteld in Zwitserland. Haar ouders waren daar geboren, emigreerden naar de Verenigde Staten, maar keerden terug toen hun dochter een tiener was. Daarnaast laat ze zich elementen uit folk, c&w en gospel aanwaaien. Stucky houdt ook van omgevingsgeluiden. Zo heeft ze nummers opgenomen in een schuur waar hout gehakt en gezaagd wordt, in treinstations (Zürich en Basel-Noord), heeft ze opnamen gebruikt van geprevelde gebeden tijdens een dodenwake. In Blueberry Hill hoor je de weidse akoestiek van een vrijwel verlaten station, met een binnenlopende trein en een passerend groepje jongeren. Maar alles draait toch om de zang van Stucky zelf, niet geperfectioneerd en gladgeschaafd met elektronica, en daardoor breekbaar en oprecht. Zoals jodelchroniqueur Bart Plantenga opmerkte in het interview dat ik enkele jaren geleden met hem had: "Als je jodelt, ben je eerlijk." Die indruk maakt Stucky inderdaad. Dit is een cd die je voor eens en altijd kan genezen van het idee dat jodelen onvermijdelijk oubollig en potsierlijk is. Stucky heeft een warm plekje in mijn hart gevonden.

René van Peer


ERIKA STUCKY,
Suicidal yodels
(Traumton Records 4509/www.traumton.de)

'FILE UNDER JAZZ' is the recommendation on the Traumton website for Erika Stucky' Suicidal Yodels on this label. That is an insufficient description that doesn't do justice to the manner in which this singer rises above all genres. Her yodeling and accordion playing are rooted in Switzerland in any case. Her parents were born there, emigrated to the the US, but then returned when their daughter was a young teener. Furthermore, she also lets other elements blow about like folk, c&w and gospel. Stucky also likes location sounds, soundscapes. So some of the tracks were recorded in a shack where wood was being chopped and sawed, in train stations (Zurich and Basel), and used recordings of mumbled prayers during a wake. In Blueberry Hill you can hear the grand acoustics of an empty railway station, with an arriving train and a passing group of kids. But everything revolves around the singing of Stucky herself, not perfectionist and polished off with electronic devices, and thus brittle and sincere. As yodel expert bart plantenga noted in an interview I did with him several years ago: "When you yodel, you're honest." That is the impression I get from Stucky. This is a CD that can once and for all cure you of the notion that yodeling is inevitably corny and grotesque. Stucky has managed to find a warm place in my heart.    

CD KRITIK : LE MATIN

NOTES okt 07

I CAN'T COMPETE LYRICS/ MUSIC : STUCKY



i know that i'll never be your love
i know that you'll never be my one
i know that i'll neeever eeeever never see the sun sipping on a sunday tea
with you

i know that you'll always be with her
i know that on monday,  tuesday, wednesdays  - plus the weekends you'll be with her.    
YODEL

i'm down cause i'm far away from home
i'm sentimental cause i'm a looong way from home
i know that i'll  always  be travelling on my own
YODEL

i see that you don't need a friend
i see that you don't need me as your friend
you'll be like a twinkeling star  aboooove  my head
you're outta my league
i know i cannot compete
like a star above
in the sky above    twinkle little star - how i wonder what you are

BLUE RHYTHM

BLUE R. PAGE 2

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CONCERTO SEPT. 07

PAGE 2 CONCERTO

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OKTOBER 07 J'THETIK

JAZZTHETIK

VOODOO

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AVIVA BERLINO

SONNTAGSZEITUNG CH

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OLD STUFF  :-)