BUBBLES   DIVERSE       STUCKY&SINA 
S+S

Du patois haut-valaisan mêlé à de l’audiovisuel, du jazz vocal et de la pop. C’est ce que propose la rencontre entre Erika Stucky, une assoiffée d’expériences vocales et Sina, ambassadrice du patois haut-valaisan et star de la pop alémanique. Cette dernière, native du Haut-Valais, écrit ses premières chansons en patois en 1994. Elle a alors 28 ans et travaille comme animatrice à la DSR. Son premier opus, "Sina", envahit immédiatement les ondes, de même que les quelques disques d’or qui ont suivi. Quant à  l’assoifféed’expériences vocales

Erika Stucky, elle est née en 1962 à San Francisco. De retour en Haut-Valais dans les années septante, elle se berce à la fois de Nancy Sinatra et de abordent un style aventureux. Plus qu’une création, une révélation.Donovan, de jodle et de sonorités diffusées sur radio Beromünster. Après avoir étudié la musique et le théâtre à Paris, on la retrouve, en 1994, soliste au sein de la formation de George Gruntz. Puis, en 1997, elle crée avec le tromboniste Ray Anderson le trio "Mrs Bubble & Bones" dans lequel elle s’amuse à mélanger des rythmes folkloriques et des techniques de jazz vocal. Erika Stucky et Sina se sont déjà rencontrées à l’occasion de projets musicaux et théâtraux. En 2001, on les retrouvait dans "Helges Leben", une magnifique pièce de théâtre de Sybille Berg jouée six mois durant à Bochum. En 2002, les deux Valaisannes participaient au spectacle d’ouverture d’Expo.02 en tant qu’interprètes compositrices. A Cully, on découvre les deux artistes dans une création réunissant l’audiovisuel et la musique. Mêlées aux sons d’un tuba, les voix des deux chanteuses survoleront les courtes histoires valaisannes projetées en toile de fond. Dans un folklore détourné, un jazz frôlant la pop, les deux chanteuses.

Stucky&Sina     
Zähneputzen auf Walliser Art

Popsängerin Sina und Jazzerin Erika Stucky stammen beide aus dem Wallis. Das ist die Basis für ihre Ethno-Trash-Show «Toluheischis Vorläbu» - ein Erlebnis der anderen Art.Tina UhlmannDoch, sie erfüllen die Erwartungen, die brave Bürger an einem Samstagabend im brävsten Club der Stadt haben:
Sie sind (ziemlich) jung und sehen (ziemlich) gut aus - die eine mit langem dunklem Haar, die andere blond und dezent geschminkt. Beide tragen paillettenbesetzte Katzenmasken. Und alles wäre wunderbar, wenn sie nicht plötzlich die    Zahnseide zücken und mit der ausführlichen Reinigung ihrer Gebisse beginnen würden. Auf schmuddelfarbenem Super-8    wohlgemerkt, in Nahaufnahme. Neben der Leinwand postiert sich ein adretter Herr mit Tuba und bläst dem Publikum    den Marsch, während die Damen sich live auf einem (ziemlich abgeschabten) Sofa fläzen und die selbst gedrehten Stummfilme singend, jodelnd, zirpend und fluchend kommentieren.    Bitte kein MoralinDie Filme sind das Kernstück des exotischen Programms «Toluheischis Vorläbu» («Tobelhansens Vorleben») von Sina & Stucky, das auch im Ausland Erfolge feiert. Sie führen hart an die Grenze des guten Geschmacks undhaben in der Heimat der beiden Sängerinnen für stotzige Kritik gesorgt. Wenn Sina und Stucky mit grauen Perücken, weissen Kitteln und griffbereiten Schnapsflaschen - «wir sin ja öi Hebamma» - durch den Schnee stapfen, sind sie auf demWeg zur Entbindung einer Bäuerin, die Zwillinge erwartet.
Das erste Baby, ein halbes Poulet, ist tot, die Seeleentschwindet wirbelnd im Wind, der live aus Sinas Taschensampler heult; das zweite, ein ganzes Poulet, wird durch die Luft geschleudert, weil es Wasser auf der Lunge hat, wird geschleudert wie die Drainage-röhren, die denSoundtrack zum     Trip der halluzinierenden Bäuerin liefern.

Die Hebammen singen ihren groovigen «Rückführungssong» und werden    dafür mit Geisswürsten und (ziemlich) verzögertem Applaus belohnt.Überhaupt ist das Ganze einTrip, führt mit den Lötschentaler Tschäggätä in jene Zwischenwelt, wo die Sünderinnen    büssen, die Mütter etwa, die mit roten Schuhen von zu Hause wegliefen, kaum war das Baby da, wegliefen bis nach Goppenstein und von dort weiter nach Zürich-Kloten und mit dem Flugzeug ab. . . Stucky plärrt zum Akkordeon, Sina betet ein paar Rosenkränze, hebt den Blick zur niederen Decke der Mahogany Hall und bittet: «Heilige Dreifaltigkeit - mach eppis!»Die Zusammenarbeit der beiden Künstlerinnen ist nicht neu. Vor drei Jahren überraschten sie in Bochum mit einer unorthodoxen Theaterproduktion von Niklaus Helbling und Sibylle Berg.

Erika spielte Gott, Sina den Tod. Dass Erika Stucky, in San Francisco geboren und erst als Teenager nach Mörel VS zurückversetzt, einen Sinn fürs Schräge hat,weiss man. Als Bubbles-Bandleaderin dekonstruiert sie den Jazz so, dass die Kritiker zu ratlosen Superlativen greifen:     «Alles was sie singt, sagt und tut, ist sexuelles Dynamit, sie jagt überlieferte Rollen, Szenarien, Erwartungen in die Luft. Und ihre Pippi-Langstrumpf-Attitüde verhindert, dass sich das Publikum rechtzeitig in Sicherheit bringt. »(Helmut Hein, «Jazz-Zeitung»).

Erika, 42, ist ein Enfant terrible.Aber Sina? Die süsse Ursula Bellwald, die mit 17 das «Walliser Schlagerfestival» gewann, sich fortan Sina Campell (nach ihrem Wohnort Gampel) nannte und Liedchen wie «Ein Herz steht in Flammen» trällerte? Sina, die dann auf die   Popspur einschwenkte, sich mit fünf Gold/Platinalben Respekt verschaffte, zur First Lady des Mundartrockavancierte und heute, mit 38, für solide Megashows steht?Bitte kein Mundgeruch. Ja, diese Sina ist es, die in «Bärus» keineswegs brävstem Club dem Rap und Scat frönt, unzufriedenen Ehefrauen die «Karabiner-Lösung» empfiehlt und dem Prince-Stück «When Doves Cry» auf Wallisertitsch die Zähne zieht. Apropos Zähne: Wer nicht Danke sagt, wird in der Zwischenwelt mit faulen Stummeln und Mundgeruch bedacht - wie die zwei    Bondgirls, die am Schluss von der Leinwand grinsen.Also wollen wir dankbar sein:
Danke, Sina, danke Erika - ihr wart hüeregüet. !